Frustbuch
Freitag, 4. April 2008 um 16:36 von KeEs gibt Bücher, die verursachen nur Frust. Dieses hier ist so eines: “Die Arbeit der Nacht” von Thomas Glavinic.
Das Thema hat mir unwahrscheinlich gut gefallen: Ein Typ wacht eines Morgens auf und stellt fest, dass er ganz alleine ist. Alle Menschen sind plötzlich verschwunden, einfach so.
Ich denke mal, viele haben sich in ihrer Kindheit schon ausgemalt, was passieren würde, wenn alle Menschen bis auf einen selbst von einem Ufo (oder wie auch immer) weggebeamt worden wären.
Also ich würde erst mal alles machen, was man eigentlich nicht darf: Ins Museum gehen und all die tollen Sachen anfassen, die sonst hinter Glasvitrinen schlummern. (Ich wollte immer schon mal den Löwenmensch in der Hand halten. Ehrlich!) Oder in die Fabriken gehen und auf irgendwelche Knöpfe drücken und schauen, was passiert. Oder in wildfremde Wohnungen gucken, nur um zu sehen, was andere für einen Geschmack haben. Das ist doch toll! Naja, am Anfang zumindest. Danach dürfte der Rest der Menschheit wieder auftauchen…
Aber was passiert in dem Buch?! Der Typ dreht sich nur um sich selbst, ist unlogisch, paranoid, ballert mit seiner geklauten Pumpgun fremde Fenster ein, stellt Videokameras auf und frisst die ganze Zeit nur Chips, Kopfschmerztabletten und Tiefkühlfisch, während er seine selbstgefilmten Aufnahmen anguckt. Und warum bitteschön funktionieren Strom, Telefon und Wasserversorgung, aber nicht das Internet? Warum sind alle Autos fein säuberlich geparkt und stehen nicht kreuz und quer auf Straßen und Autobahnen? Am Ende wird eigentlich gar nichts richtig aufgelöst und man sitzt mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf auf dem Sofa.
Dabei wäre das Thema so spannend! Gibt es denn keine guten Bücher, die diese Idee aufgreifen?
Tags: Bücher| genervt| Muss das sein?
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