Showdown

Mittwoch, 9. April 2008 um 13:25 von Ro

Warum muss ein Arbeitstag eigentlich immer mit einem Wecker beginnen? Gnadenlos reißt er mich aus dem Land der Träume. Die Nacht war irgendwie kurz und mir ist kalt. Liegen bleiben macht’ keinen Spass - wenn’s kalt ist sind die spanischen Bettdeckchen nämlich so ganz und gar nicht kuschelig. ’s wird auch Zeit. ’s ist zehn nach neun. Frühstück gibt’s doch nur bis zehn …
Erst mal ein Blick nach draußen. Sieht nach Regen aus. Regen ist doof. Testen bei Regen macht depressiv. Aber der Tag ist ja noch lang. Wird schon klappen.
Beim Frühstücken dann dieselben sechs Gesichter, die man nun schon den neunten Tag in Folge rund um die Uhr um sich hat. Mit Augenringen bis zum Unterkiefer. Nix für ungut - ich mag’ meine Kollegen - aber irgendwann macht sich der Lagerkoller auch bei mir bemerkbar. Aber nur noch diesen einen Tag, dann is’ es geschafft.

Der Spaziergang zum Strand muss heute ausfallen - stattdessen gibt es die erste Lagebesprechung im Hotel. Und natürlich gehen die Diskussionen im Auto nach IDIADA weiter. Aber das Wetter wird besser und mit ihm auch unsere Stimmung. Zu tun gibt’s heute eigentlich nicht mehr viel. Alles steht. Tagsüber sind erst mal Diskussionen angesagt - über Problemfälle, Strategien, die nächsten Schritte. Fast fühlt man sich wie zu Hause - nur dass die Besprechungen hier immer irgend’ was provisorisches haben. Man trifft sich, wo gerade Platz ist - und meist muss man erst mal Platz schaffen und Pizzaschachteln, Coladosen, Chipspackungen, Schmierpapier, Kabelgewirr, ausgebaute Steuergeräte aus dem Weg räumen. Und doch hab’ ich das Gefühl, dass die Besprechungen hier viel gewichtiger sind, mehr bewegen. Das ist auch der Grund, warum es uns immer wieder hierher verschlägt. Alles ist irgendwie intensiver. Wir sind voll bei der Sache - voll in unserem Element.

Nachmittags geht’s dann zwischendurch mal kurz zum Einkaufen. Tiefkühlpizza für den einen, Salat für den anderen. Nichts spektakuläres. Das alles wird dann abends, zusammen mit den ganzen Chefs in der Boxküche (die mittlerweile eher an eine Studentenwohnheimküche erinnert) verdrückt. Die Diskussionen gehen weiter. Die letzte Besprechung beginnt um 20 Uhr - und endet um halb zehn. Jetzt wird’s spannend. Die Fahrversuche mit den Chefs sind immer ein wenig heikel - zeigt man doch meist einen Arbeitsstand (sonst gäb’s ja auch nix zu tun). Die Erwartungen sind meist aber manchmal ganz anders und die Chefs sind halt auch nicht 9 Tage unterwegs gewesen und wissen oft nicht, wie sie die Ergebnisse einordnen müssen. Das ist wohl das wichtigste heute - dass wir das, was wichtig ist, vermitteln können. Doch das Schöne ist, dass wir hier mittlerweile eine recht offene Kultur haben. Solange man Ergebnisse nicht schönredet und konstruktiv die Problemfälle diskutiert wird einem zugehört. Und wir haben Zeit. Die Nacht ist noch lang.
Enden tut sie dann um 2 Uhr nachts. Alle sind wir hundemüde - aber auch erleichtert, dass alles so gut geklappt hat. Es hat sich rentiert. Und alle wissen wir wieder, dass wir den richtigen Beruf gewählt haben!

Jetzt aber wird’s Zeit, dass wir bald nach Hause kommen!


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FrauBü

Moment, also gestern war die Demo und du kommst erst am Freitag wieder heim? Du machst doch Urlaub!!

 
 
Ke

Man, man, man,… das hört sich mal nach ausgewogener Ernährung und gesunder Lebensweise an…

 
 
Ro

@FrauBü: erstens - nach der Demo ist vor der Demo - und zweitens haben wir kurzerhand den Sonntag auf den Mittwoch verschoben. Einen freien Tag wirst Du uns doch wohl gönnen, oder?

 
 
FrauBü

Den Sonntag auf den Mittwoch? Also nach hinten verschoben? Hä? Oder meinst du den Donnerstag auf den Mittwoch?

 
 
Ro

Eher ersteres. Bzw. wir haben getauscht. Den Sonntag mit dem Mittwoch. Oder so …

 

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