Hexentanz auf Schloss Burg
Sonntag, 4. Mai 2008 um 02:29 von RoKe
Schon im Bus zum Schloss (mal ganz ehrlich: so nette Busfahrer/-innen haben wir schon lange nicht mehr erlebt) waren wir erst mal ein wenig unsicher, ob die Veranstaltung nicht doch zu “gruftig” wird - zumindest waren die Gewandungen der Mitfahrer doch durchweg schwarz. Glücklicherweise war das wohl nur Zufall, so dass Ke in Ihrer Alltagskluft (das Mittelaltergewand passt in ihrem Zustand momentan leider nicht) und ich mit meinem Mittelalterteil - ausgerechnet in weiß - nicht sonderlich auffielen: das Publikum war eigentlich durchweg gemischt.
Die Atmosphäre auf Schloss Burg hat uns - trotz des eisigen Windes - sofort gefangen genommen. Vor allem der verschwimmende Übergang vom Schloss mit seinen gotischen Fenstern, zu den wehrhaften Burganlagen mit seinen trutzigen Mauern - alles bis ins Detail wieder aufgebaut - schaffen eine wirklich tolle Stimmung.
Der Markt selbst war wenig originell - aber die Hauptsache an diesem Tag war die Musik. Das Programm war recht gemischt. Doch davon soll Ke berichten ….
Im Licht der untergehenden Sonne hat sich scheinbar das ein oder andere Wesen -bestimmt vom Lärm angelockt- das bunte Treiben etwas näher angeschaut.

Ja, und Lärm gab’s wahrlich genug. Zuerst trat “Dandelion Wine” auf - die Band ohne Homepage (jedenfalls hab ich keine gefunden), aber dafür mit zwei sehr schrägen Sängerinnen, die mit giftgrünen Elfenhotpants und bunten Indianerfedern (vom letzten Fasching) im Haar versucht haben, das Publikum von ihren ausbaufähigen Sanges- und Spielkünsten abzulenken. Ok, das war gemein aber die Musik trifft mit Techno-, Trance-, Akkordeon-Gewinsel nicht unbedingt meinen Geschmack.
Danach durfte “Eric Fish and Friends” sein Glück versuchen. Und ich muss sagen, ab da an hat mir das Festival richtig Spaß gemacht. Eric und seine Kumpanen verstehen es wirklich, das Publikum mitzureißen! Ich kannte die Band vorher gar nicht, aber die rockige “Seemansmusik” hat seinen Reiz. Und Spaß macht sie allemal.
Etwas mittelalterlicher wurde es dann mit “Rabenschrey“. Die Band scheint direkt dem Volk der Trolle zu entstammen - laut, lustig und wie für die Kölner Zunft gemacht - mit lauter Liedern zum mitgrölen. Walhall!!!!
Und dann endlich kam Omnia - für die wir über 4 Stunden zusammen mit schreienden Kindern, motzenden Erwachsenen und diversen Ausdünstungsschwaden im Zug eingepfercht waren. Aber ich muss sagen: Die Anstrengung hat sich wie immer gelohnt! Musikalisch einfach eine Klasse besser - mit durchweg schönen Melodien und außergewöhnlichen Texten. Mit Musikern, die ihre Instrumente beherrschen und mit sichtlicher Freude an der Musik das Publikum verzaubern.
Und schließlich, hier noch ein kleines Video:
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