Ist schon komisch von Geschäftsreise nach Hause zu kommen und niemand ist da (Ke und Lu sind sind schon seit Dienstag zur kommenden Taufe in der alten Heimat vorausgeeilt). Alles ist kalt, gar nix ist los.
Linköping war super anstrengend. Was hängen blieb:
- in Schweden bezahlt man in der Regel nicht mit dem Euro (blöd, wenn man keine Kronen dabei hat)
- der Durchschnittsschwede scheint in der Öffentlichkeit nie auf’s Klo zu müssen. Massentoilletten gibt es nämlich nicht, sondern lediglich hier und da mal ein einzelnes oder maximal zwei (sehr gut gepflegte, muss man sagen) Kabinen. Die für uns Männer so bequemen Pissoirs sucht man vergeblich. Dafür sind alle Toilletten behindertengerecht
- in Schweden wird Mitarbeiterwertschätzung ziemlich groß geschrieben
- so viele schwangere Frauen am Arbeitsplatz habe ich noch nie irgendwo gesehen
- so viele Frauen im IT-Beruf habe ich allgemein noch nicht erlebt
- in den Buros stehen überall Pflanzen - und die leben auch noch und scheinen glücklich zu sein
- an allen möglichen Durchgangstüren gibt es Zugangbeschränkungen mit Chipkarte UND Zahlenfeld
- trotz 25% VAT ist der BigMac nicht teurer als bei uns
- sonstiges Essen kann man sich eher nicht leisten. Schön, dass wir eingeladen waren ….
- der Flug nach München hatte über eine Stunde Verspätung
- der Weiterflug nach Stuttgart Gott sei Dank auch
- eine Zeitung im Flieger dabei zu haben, die auf der Titelseite über einen Flugzeugabsturz berichtet, ist interessant. Vor allem dann, wenn der Sitznachbar offensichtlich Flugangst hat …
- ach ja: es gibt Flüge von Stuttgart über München nach Norrköping (und zurück), aber ein Direktflug von München war nicht mehr zu bekommen
- und nein, man kann die Reise nicht abkürzen
- wenn Ke nicht da ist, kann ich ungestört TripHop hören
Nicht, weil Valentinstag ist war (auf solche Tage geb’ ich nix). Auch nicht, weil ich Reinhard Fendrich besonders mag (eher sogar nicht). Sondern einfach nur, weil’s stimmt:
Weil du stolz bist wenn du wanst und di trotzdem zuabe lanst - wüll i di
weil ma worm wird, wenn du lochst und an Herbst zum Summa mochst - wüll i di
weil a bissl Glick für di no long net reicht
weilst bei mir bleibst, wenn da beste Freind si schleicht
weilst a Herz host wia a Bergwerk,
weilst a Wohnsinn bist für mi - steh i auf di
weil i mit dir old wern konn
weil ma ewig Kinder san - brauch i di
weilst des Brennan in mir fühlst und mi ni besitzen wüllst - brauch i di
weilst den Grund warumst bei mir bist nimma wast
weilst on mir anfoch an Norrn gfressen host
weil i nur bei dir daham bin
weilst a Wahnsinn bist für mi - steh i auf di
weil a bissl Glick fia di no long net reicht
weilst bei mia bleibst wenn da beste freind si schleicht
weilst a herz host wia a bergwerk
weilst a wohnsinn bist für mi - steh i auf di
weilst a herz host wira a bergwerk
weilst a wahnsinn bist für mi - steh i auf di
Am Sonntag Nachmittag hieß es ja mal wieder Abschied nehmen von Lu und Ke. Gott sei Dank nur für kurze Zeit. Im Rahmen eines EU-Projektes ging es nämlich nach Norwegen zu einem Projekttreffen. Am Montag Abend - am Ende eines langen (und wie ich finde ausnahmsweise mal sehr ergiebigen und interessanten) Meetings sagte man uns, dass ein kleines Abendprogramm geplant sei und man doch besser seinen Anzug im Hotel ließe. Im Grunde genommen keine große Sache, ist es doch üblich solche Projekttreffen bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen zu lassen. Zuerst dachte ich, dass es einfach einen kleinen Spaziergang gebe, doch der Bus, der uns vom Hotel abholte brachte uns nicht etwa zu einem besonders abgelegenen Restaurant - nein, er brachte uns zu einer Lichtung, auf der 11 Kanus lagen.
Jetzt muss man noch dazu sagen, dass es mittlerweile stockfinster war und mit 0 Grad Außentemperatur nicht gerade warm. Ich dachte zuerst an einen Scherz, doch unserem Gastgeber war es ernst: eine nächtliche Kanutour - bei Dunkelheit mit Stirnlampe - quer durch die Wildnis in Norwegen - im November - bei 3 Grad Wassertemperatur - bei 0 Grad Außentemperatur. Wow! Was für ein Programm!
Ich muss zugeben, die Fahrt hab’ ich (trotz der nicht von der Hand zu weisenden Gefahr - bei 3 Grad Wassertemperatur sollte man besser nicht ins Wasser fallen) sehr genossen: in Norwegen ist man wirklich sehr schnell “mitten drin - mitten in der Natur”.
Das letzte Stück der Paddeltour ging über einen See. An dessen Ende war auf einmal auch ein schönes Feuer zu sehen - die Kanufahrt alleine sollte wohl nicht der letzte Programmpunkt sein. Ich hab’ mich schon gewundert, warum das Feuer trotz unserer Anstrengungen nicht näher kam - bis mir klar wurde, dass es ein gewaltiges Feuer zu sein schien. Als wir schließlich doch am Ufer angekommen waren, wurde uns klar: so war das nicht geplant. Das “Feuerchen” war nämlich kein einfaches kleines brennendes Lagerfeuer - das war ein ausgewachsenes Feuer: gebrannt hat nämlich genau die Hütte, in der wir unser Abendessen bekommen sollten.
Tja, wenn das mal kein Actionprogramm ist (hätte nie geglaubt, dass ein 15m hohes Feuer derart interessant sein kann). Es wurde übrigens (wie man am letzten Bild sehen kann) auch noch ein sehr vergnüglicher Abend - mit sehr leckerem Essen. Da hat es sich dann auch sehr gut getroffen, das der engagierte irische Alleinunterhalter sich gesanglich perfekt mit einem unserer Projektmitarbeiter (der Schotte ist) verstand …
Link:
Bin gespannt, welches “Programm” uns am nächsten Projektmeeting erwarten wird ….
Passend zum Start in den Urlaub eine Neuauflage des legendären Videos von Matt Harding. Noch besser und noch mehr das hibbelige Gefühl am liebsten gleich hier losziehen zu wollen und die Welt und zu bereisen. Reiselust pur.
Wie bereits angedroht haben wir das Fest der strahlenden Sonne auf Schloss Burg in der Nähe von Köln verbracht und die Gelegenheit gleich zu einem kleinen Kurzurlaub genutzt.
Schon im Bus zum Schloss (mal ganz ehrlich: so nette Busfahrer/-innen haben wir schon lange nicht mehr erlebt) waren wir erst mal ein wenig unsicher, ob die Veranstaltung nicht doch zu “gruftig” wird - zumindest waren die Gewandungen der Mitfahrer doch durchweg schwarz. Glücklicherweise war das wohl nur Zufall, so dass Ke in Ihrer Alltagskluft (das Mittelaltergewand passt in ihrem Zustand momentan leider nicht) und ich mit meinem Mittelalterteil - ausgerechnet in weiß - nicht sonderlich auffielen: das Publikum war eigentlich durchweg gemischt.
Die Atmosphäre auf Schloss Burg hat uns - trotz des eisigen Windes - sofort gefangen genommen. Vor allem der verschwimmende Übergang vom Schloss mit seinen gotischen Fenstern, zu den wehrhaften Burganlagen mit seinen trutzigen Mauern - alles bis ins Detail wieder aufgebaut - schaffen eine wirklich tolle Stimmung.
Der Markt selbst war wenig originell - aber die Hauptsache an diesem Tag war die Musik. Das Programm war recht gemischt. Doch davon soll Ke berichten ….
Ke sagt:
Im Licht der untergehenden Sonne hat sich scheinbar das ein oder andere Wesen -bestimmt vom Lärm angelockt- das bunte Treiben etwas näher angeschaut.
Ja, und Lärm gab’s wahrlich genug. Zuerst trat “Dandelion Wine” auf - die Band ohne Homepage (jedenfalls hab ich keine gefunden), aber dafür mit zwei sehr schrägen Sängerinnen, die mit giftgrünen Elfenhotpants und bunten Indianerfedern (vom letzten Fasching) im Haar versucht haben, das Publikum von ihren ausbaufähigen Sanges- und Spielkünsten abzulenken. Ok, das war gemein aber die Musik trifft mit Techno-, Trance-, Akkordeon-Gewinsel nicht unbedingt meinen Geschmack.
Danach durfte “Eric Fish and Friends” sein Glück versuchen. Und ich muss sagen, ab da an hat mir das Festival richtig Spaß gemacht. Eric und seine Kumpanen verstehen es wirklich, das Publikum mitzureißen! Ich kannte die Band vorher gar nicht, aber die rockige “Seemansmusik” hat seinen Reiz. Und Spaß macht sie allemal.
Etwas mittelalterlicher wurde es dann mit “Rabenschrey“. Die Band scheint direkt dem Volk der Trolle zu entstammen - laut, lustig und wie für die Kölner Zunft gemacht - mit lauter Liedern zum mitgrölen. Walhall!!!!
Und dann endlich kam Omnia - für die wir über 4 Stunden zusammen mit schreienden Kindern, motzenden Erwachsenen und diversen Ausdünstungsschwaden im Zug eingepfercht waren. Aber ich muss sagen: Die Anstrengung hat sich wie immer gelohnt! Musikalisch einfach eine Klasse besser - mit durchweg schönen Melodien und außergewöhnlichen Texten. Mit Musikern, die ihre Instrumente beherrschen und mit sichtlicher Freude an der Musik das Publikum verzaubern.
Am Sonntag und Montag waren die Wise Guys in Ulm. Wir waren vorher noch nie auf einem Wise Guys Konzert aber die Musik hat uns eigentlich schon immer gefallen, so dass wir vor einem Jahr einfach mal “Ja” zu den Karten gesagt haben.
Und ich muss sagen: Wir waren begeistert! Die Jungs machen richtig Spaß und die Atmosphäre im CCU war bombig. Das wird bestimmt nicht das letzte Wise Guys Konzert gewesen sein! Denn wie immer bei solchen Konzerten: es war viel zu schnell vorbei - wobei ich gerade bei A Capella-Bands Hut ab sagen muss, wenn sie fast 2 Stunden ein Super-Programm abliefern.
Eine Kritik gibt’s dann aber trotzdem - und das betrifft nicht nur die Wise Guys, sondern ganz im Allgemeinen immer mehr Bands: Die Unsitte, die “Zugabe” am Ende eigentlich einzuplanen und viele “Highlights” geplant in die Zugabe zu legen. Ich will die Highlights nicht erst herausklatschen müssen, sondern will die im Programm haben. Und wenn dann die ganze Halle auch Zugabe schreit würde es mich auch nicht stören (ganz im Gegenteil), wenn das eine oder andere nochmal wiederholt wird - eben eine Zu-Gabe.
Von Spontanität war am Ende leider nichts zu spüren. Wenn fast der ganze Saal “Ich bin dein Ohwurm” singt, wäre es schön gewesen, wenn uns dieser Wunsch erfüllt worden wäre - denn den “Ohrwurm”-Song hab’ ich wirklich vermisst!